Zeichen der Hoffnung und zurück in Athen - Tag 4 und 5
Oktober 2025
Nachdem wir all diese grundlegenden Probleme gesehen hatten, vor allem in Bezug auf Menschenrechte und Asylverfahren, aber auch den Mangel an medizinischer und materieller Versorgung, haben wir uns darauf geeinigt, unsere Mittel auf diese Grundbedürfnisse zu konzentrieren.
Dies änderte sich, nachdem wir uns heute mit der Projektkoordinatorin und aktiven Tänzerin von HipHop4Hope getroffen hatten, die Tanz- und Graffitikurse in Jugendunterkünften für Migranten und vor den Lagern anbietet. Sie erinnerte uns daran, dass Hip-Hop, ebenso wie Tanzen, Kunst schaffen und Sport treiben, Menschen nicht nur stärken, sondern ihnen auch helfen kann, sich wieder sichtbar zu fühlen und sich selbst und anderen wieder näher zu kommen. Die heilende und therapeutische Kraft der Künste, sei es Musik, Zeichnen oder Bewegung, birgt ein großes Potenzial.
Beflügelt von diesem Hoffnungsschimmer verließen wir Athen und fuhren eine Stunde lang zu den großen Flüchtlingslagern außerhalb der Stadt. Unsere erste Station war Ritsona, derzeit das größte Lager. NGOs, darunter auch wir, dürfen das Lager nicht betreten; wir konnten die schrecklichen Zustände nur durch Löcher in der Mauer erahnen. Ritsona liegt neben übelriechenden Chemiefabriken und verfügt über keine Infrastruktur in der Nähe, was den Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrung oder Integration in die Gemeinschaft nahezu unmöglich macht. Einige NGOs haben in einer nahe gelegenen Straße Zelte aufgestellt, um grundlegende medizinische Versorgung und sichere Räume für Frauen und Kinder anzubieten.
Später sprachen wir mit Bewohnern, die berichteten, dass sie in verfallenen Zelten oder beschädigten Bungalows schlafen – oft ohne Matratzen. Hunde laufen frei herum und Bettwanzen, Läuse und Krätze sind weit verbreitet. Das Sicherheitspersonal soll die Menschen schlechter behandeln als Tiere.
Anschließend fuhren wir zum Sama Community Centre in der Nähe der beiden Malakasa-Lager, die weit außerhalb von Athen liegen. Hier erhalten die Menschen alles, was das Lager nicht bietet, bzw. ihnen sogar Schaden zufügt, indem es keine Waschmöglichkeiten oder Lebensmittel bietet. Andere NGOs sind im Gemeindezentrum vertreten und bieten medizinische und rechtliche Unterstützung sowie Sport- und Freizeitaktivitäten an. Wir denken oft an die Oase, die sie für die Menschen auf der Flucht geschaffen haben.