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LagerInventour Bayern

Interview mit Mathias Weinzierl (Bayerischer Flüchtlingsrat e.V.)

Die letzte LagerInventour fand im Oktober 2014 statt. Eine Woche lang besuchten wir in jedem der sieben bayerischen Regierungsbezirke unangekündigt Flüchtlingslager – große Einrichtungen, dezentrale Unterkünfte und auch private Einrichtungen. Wir führten Interviews mit Flüchtlingen und dokumentierten die Situation in den Lagern mit Fotos. Von unserem Wohnmobil aus machten wir die Rechercheergebnisse schnellstmöglich der Öffentlichkeit und den Medien zugänglich. Zudem wurde jeder unserer Besuche von Abendveranstaltungen begleitet. So wurden wir für eine Woche ein Hotspot zum Thema Flüchtlingsunterbringung in Bayern.

Wir konnten uns einen sehr guten Überblick über die Unterbringung von Flüchtlingen und ihre Lebenssituation verschaffen. Die Situation in den bayerischen Lagern ist extrem verbesserungswürdig, teilweise katastrophal. Wir haben Notunterkünfte gesehen, die jeder Beschreibung spotteten. Und nach wie vor ist alles sehr uneinheitlich. Deshalb fordern wir unter anderem Qualitätsstandards, die dann auch regelmäßig überprüft werden müssen.

Während der LagerInventour herrschten in den bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen chaotische Zustände. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses daran erfuhr auch die LagerInventour eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Im unterfränkischen Mönchsberg etwa ist es uns auch gelungen, zumindest eine hitzige öffentliche Debatte über die Missstände im dortigen Lager in Gang zu bringen.

Die Flüchtlinge selbst waren direkte Gesprächspartner und Kontaktpersonen vor Ort. Das geht auch gar nicht anders: Nur die Leute, die auch in den Lagern untergebracht sind, können schildern, wie ein Leben dort ist und wo die Probleme liegen. Wer sollte das denn sonst am besten wissen?

Das Interview führte Till Schmidt.

Die Stiftung :do förderte die LagerInventour mit 1000 Euro.

www.fluechtlingsrat-bayern.de [1]