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Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution: jetzt!

Terre des Femmes widmet sich in einer Kampagne dem wenig beachteten Thema der Zwangsprostitution und des Menschenhandels in Deutschland. Das deutsche Recht garantiert derzeit fast keinen Opferschutz für betroffene Frauen aus außereuropäischen Ländern, denn Opfer von Zwangsprostitution werden rechtlich als illegal eingereiste Ausländerinnen behandelt und damit einem Leben in Rechtlosigkeit und Geheimhaltung ausgeliefert. Der einzige Rechtsweg, einer Abschiebung zu entgehen, ist die Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz, die der humanitären Situation der Frauen jedoch keinerlei Beachtung schenkt.

2011 hat es die Bundesregierung verpasst, im Zuge des Ratifizierungsverfahrens der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels wesentliche Schritte zur Verbesserung der Rechtslage und zum Schutz betroffener Frauen einzuleiten. Im Frühjahr 2013 steht das Thema Menschenhandel jedoch erneut auf der Agenda des Bundestags, da bis dahin die Richtlinie 2011/36/EU zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer umgesetzt sein muss.

Mit der Kampagne Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution: jetzt! wird Terre des Femmes e.V. bis dahin auf kreativen Wegen – vor allem mit politischem Straßentheater – mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und an die Verantwortlichkeit der Bundesregierung appellieren. Aktivtistinnen ehrenamtlicher Theatergruppen werden in mehreren Städten geschult und ab März 2013 auf den Straßen zahlreicher deutscher Städte zu sehen und zu hören sein.

www.frauenrechte.de [1]