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Watch the Med – gegen das tödliche Unrecht auf dem Mittelmeer

„Unerträglich ist, was im Mittelmeer passiert und wiederholt von Überlebenden bezeugt wird: die Verweigerung von Rettungsmaßnahmen gegenüber Schiffbrüchigen. Offensichtlich gehört das »Sterben lassen« zur EU-Abschreckungsstrategie an den maritimen Außengrenzen.“

Kein Meer ist so gut überwacht wie das Mittelmeer, nicht nur von Frontex, sondern auch von der NATO und den Küstenwachen. Dass trotzdem so viele Menschen auf der Flucht ertrinken, liegt, so Charles Heller von der Organisation Watch the Med, an unterlassener Hilfeleistung. Das Projekt, gegründet 2013, basiert auf einer interaktiven Karte, in der Daten über die unterschiedlichen geografischen Verantwortlichkeitsbereiche zur Seenotrettung sowie Einsatzzonen eingezeichnet und mit weiteren Informationen verknüpfbar sind. Zusammen mit Handydaten von Überlebenden, Satellitenfotos, Notrufaufzeichnungen und Zeugenaussagen lassen sich Bewegungsbilder von Flüchtlingsbooten nachzeichnen und gegebenenfalls unterlassene Hilfeleistungen – auch vor Gericht – nachweisen. Die Rechercheergebnisse dienen damit der öffentlichen und auch der juristischen Anklage: in den letzten Jahren wurden bereits mehrere Gerichtsverfahren, auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, eingeleitet. Das Ziel von Watch the Med ist, damit längerfristig wirksam gegen die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen auf See einzuschreiten.

Die Stiftung :do stellt 4000 Euro für den weiteren Ausbau der Initiative bereit.

www.watchthemed.net [1]